Der Pilotbetrieb

Ein Jahr dauerte der mehrstufige, intensive Praxistest der smile Plattform, an dem über 1.000 externe Personen beteiligt waren.

Im Frühjahr 2014 startete der Pilotbetrieb der smile Mobilitätsplattform. In drei Phasen wurde der NutzerInnenkreis stufenweise ausgeweitet. Der Startschuss zu den ersten Gehversuchen des smile Prototyps fiel am 8. Mai 2014. Ab diesem Zeitpunkt konnten alle ProjektmitarbeiterInnen die smile App herunterladen und waren von nun an fleißig am Testen. Hier ging es darum, möglichst viel Feedback an unsere technischen Partner und Entwickler weiterzuleiten und die Entwicklung der App in regelmäßigen Iterationszyklen voranzutreiben.

Für die zweite Pilotphase ab 7. Juli 2014 wurde der NutzerInnen-Kreis auf die MitarbeiterInnen unsere Mobilitätspartner ausgeweitet, um schrittweise auf das externe Go-Live vorzubereiten. In dieser Pilotphase startete das smile Support Center mit der Telefon-Hotline für AnwenderInnen-Unterstützung und Feedback. Dieses wurde, wie auch schon in der ersten Pilotphase, wiederum in die App eingearbeitet.

Am 12. November 2014 fiel dann der Startschuss zum externen Pilotbetrieb. Die smile App war ab diesem Zeitpunkt über den Google PlayStore verfügbar. Nutzen konnten die App allerdings nur PilotuserInnen, die zuvor den Anmeldeprozess durchlaufen hatten. Über 1.000 PilotuserInnen testeten in den folgenden Monaten intensiv App und Mobilitätsplattform und lieferten umfangreiche Rückmeldungen. Es kam viel positives Feedback und ein Play-Store Rating von 4,79 von 5. Störungen wurden so schnell als möglich behoben, Verbesserungsvorschläge wenn möglich in einem zusätzlichen Release Mitte Februar 2015 berücksichtigt.

Grundsätzlich konnten alle Mobilitätsangebote gebucht und bezahlt werden, einige Angebote erforderten allerdings eine entsprechende Mitgliedschaft. Über 4.200 Euro haben die PilotuserInnen bezahlt für 40 Taxifahrten, 434 Wiener Linien Fahrscheine und 261 ÖBB-Tickets. Knapp achtzig Mal wurde ein car2go Auto über die smile App reserviert.

Positives Feedback von smile PilotuserInnen:
„Gefällt mir sehr gut dass die letzten, häufigsten Stationen angezeigt werden :)“
„hallo liebes team! das app smile ist wirklich topp.“
„Ich verwende immer mehr Funktionen der App und bin begeistert.“
„Großartige App! Die Berechnung der ersten Route finde ich toll. Die Gegenüberstellung der einzelnen Werte ist echt gelungen. Zwei Daumen nach oben!“
„die Anzeige auch von längeren Fußwegen finde ich vor allem bei schönem Wetter toll“
„Farben der Balken: zu Fuß grün, Taxi gelb gefällt mir besonders gut“
„Super APP! Danke“
„Finde die app bis jetzt sehr gut.“
„Funktioniert bei laufenden Planungen sehr gut.“
„Zeitticket kaufen, schnell und unkompliziert Über zwei Klicks ohne erst eine Route zu suchen“
„Tickets funktioniert sehr gut und auch die Anmeldungen“
„Hervorragende Arbeit, sehr gute App, Hut ab“

Fakten zum Pilotbetrieb
Über 1200 externe Anmeldungen
Über 1000 freigeschaltene PilotuserInnen
Über 600 Downloads im PlayStore
Bewertung 4,79/5 im PlayStore
Über 450 Anfragen im Customer Care

 

Die Ergebnisse der
PilotuserInnen-Befragung

Das Wichtigste vorweg: Durch smile wird die Nutzung von Sharing-Angeboten und Elektromobilität erhöht und die Nutzung des Privat-Pkws verringert. Und 75% der befragten PilotuserInnen sind sehr zufrieden bzw. zufrieden mit der App.

Die Auswertung des Pilotbetriebs war ein wesentlicher Teil des Forschungsprojektes. Dazu wurde im Frühjahr 2015 eine Online-Umfrage vom Institut für Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Wien durchgeführt. Rund 17% der PilotuserInnen beteiligten sich an der Umfrage, eine ausreichend repräsentative Stichprobe.

Der Großteil der smile PilotuserInnen sind männlich (78%), aus Wien (81%), zwischen 20 und 40 Jahre alt (51%) und haben einen Uni- oder FH-Abschluss (53%). Damit sind die PilotuserInnen nicht repräsentativ für die Wiener Bevölkerung, aber sie entsprechen der Gender- und Altersverteilung für „early adopters“ in diesem Bereich.

Verkehrsmittelbesitz und -nutzung
77% der Befragten besitzen ein Fahrrad, 59% einen Privat-Pkw, 7% ein E-Bike bzw. Pedelec und 2% ein Elektroauto. Sehr hoch ist der Anteil des Besitzes von Jahreskarten der Wiener Linien (84%) und von Ermäßigungskarten der ÖBB (49%).

Die smile PilotuserInnen nutzen den öffentlichen Verkehr intensiv (86% täglich bis mehrmals wöchentlich). 30% nutzen den Pkw täglich bis mehrmals wöchentlich als FahrerIn, 27% das Fahrrad. 51% der Befragten nutzen außerdem regelmäßig Carsharing (v.a. Car2go, zipcar und Drive Now) und Bikesharing-Angebote (v.a. 34% City-Bike Wien).

Nutzung von smile
Während des Pilotbetriebs nutzten 6% der Befragten smile täglich, 30% mehrmals wöchentlich. Dabei wurde smile vor allem für private Erledigungen (64%), Freizeitwege (59%) und auf Wegen ohne die bekannten Verkehrsbetriebe (45%) verwendet.

Bei der Auswahl der Verkehrsmittel in smile mithilfe von Filtern lassen sich die PilotuserInnen bevorzugt den öffentlichen Verkehr (z.B. 80% U-Bahn, 77% Straßenbahn) anzeigen. Auch Carsharing- (21% Carsharing, 7% E-Carsharing) und Bikesharing-Angebote (10% Bikesharing, 5% E-Bikesharing) sind von großem Interesse.

Verstärkte Intermodalität durch smile
smile fördert das intermodale Mobilitätsverhalten der PilotuserInnen: 26% der Befragten gaben an, seit der Nutzung von smile häufiger Pkw mit dem öffentlichen Verkehr zu kombinieren, 20% Fahrrad mit Öffis. Besonders Leihfahrrad (68%) und Privat-Fahrrad (53%) wurden verstärkt mit dem ÖV kombiniert, gefolgt von Privat-Pkw (51%), Carsharing-Pkws (49%), Taxis (35%), e-Carsharing (8%) und e-Bikesharing (5%).

Der Hauptgrund für eine häufigere Kombination von Pkw bzw. Rad mit dem öffentlichen Verkehr liegt in schnelleren Alternativen, die von smile vorgeschlagen werden (69% bzw. 74%).

Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl durch smile
Die Nutzung von smile hat während des Pilotbetriebs zu einer Veränderung der Verkehrsmittelwahl der Befragten geführt. Insgesamt 48% der Befragten gaben an, seit der Nutzung von smile häufiger den öffentlichen Verkehr zu nutzen (26% städtischer ÖV, 22% regionalen ÖV). 10% nutzen häufiger Bikesharing-Angebote, 4% häufiger E-Carsharing-Angebote und weitere 4% nutzen durch smile häufiger ihr E-Bike/Pedelec. 21% der befragten PilotuserInnen gaben an, ihren privaten Pkw seltener zu verwenden.

Durch eine Mobilitätsplattform wie smile wird also die Nutzung von Sharing-Angeboten und Elektromobilität erhöht und die Nutzung des Privat-Pkws verringert.

Alternative Routen
Über zwei Drittel der befragten PilotuserInnen haben durch die von smile vorgeschlagenen Routen neue Wege ausprobiert, um von A nach B zu kommen. Am häufigsten waren das andere Verkehrsmittel (47%) oder Verkehrsmittelkombinationen (24%). 37% haben effizientere, 21% attraktivere und 17% umweltfreundlichere Wege genutzt.

Damit zeigt sich, dass eine Mobilitätsplattform wie smile wesentlich dazu beitragen kann, eingefahrene Mobilitätsmuster zu durchbrechen und Alternativen auszuprobieren.